Bayern: Krebserregende Chemikalie PFOA im Trinkwasser

Zwei Jahre liegen die freiwilligen Blut-Untersuchungen von Menschen aus dem Landkreis Altötting (Oberbayern) zurück. Die Tests zeigen, dass die Grenzwerte für die krebserregende Chemikalie Perfluoroctansäure (PFOA) deutlich überschritten wurden.

 

 

Hohe Konzentration von PFOA im Blut

761 von 906 Anwohnern zeigten im Test eine deutliche Überschreitung von Perfluoroctansäure (PFOA) in den Blutwerten, obwohl sie im Beruf keinen Umgang mit der Chemikalie haben. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) führte in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt Altötting 2018 im Landkreis Altötting Blutuntersuchungen auf PFOA sowie andere perfluorierte Verbindungen durch. Die jetzt veröffentlichten Human-Biomonitoring-Werte lagen deutlich über den gesetzlichen Grenzwerten.[1]

LGL und Gesundheitsamt bieten kaum Informationen und Unterstützung

PFOA zählt zu den mehr als 5000 Variationen, die unter dem Sammelbegriff PFC für per- und polyfluorierte Chemikalien zusammengefasst werden. Es hat rund zwei Jahre gedauert, bis das LGL sowie das Gesundheitsamt Altötting mit vagen Angaben reagierten, denn bereits 2018 berichtete unter anderem das Ärzteblatt über die Untersuchung, bei der die Probanden teilweise 20 Mikrogramm je Liter Blut industriell gefertigten per- und polyfluorierte Alkylverbindungen von Perfluoroctansäure (PFOA) aufwiesen. Diese Resultate wurden allerdings von der LGL als nicht gesundheitsschädigend eingestuft. Diese Einstufung erfolgte, obwohl das LGL ebenfalls Angaben zu PFOA macht, die zeigen, dass diese Chemikalien nicht vom Körper abgebaut werden und erst nach rund 3 Jahren im menschlichen Organismus über die Nieren ausgespült wird. [2]

In Bayern gibt es eine Reihe von belasteten Gebieten, wie die folgende Grafik veranschaulicht:

Abbildung 1 - Quelle: Wasserqualität: Bayernweite Belastung: Gefährliche Chemikalien im Trinkwasser? BR Fernsehen, https://youtu.be/lvNaYuKUIlE

Den höchsten Wert in Bayern erreichten jedoch Untersuchungen im Bereich des Zivilflughafen Nürnberg. Dort wurden die PFOS Richtwert um das 11.000 fache überschritten.

 

Abbildung 2 - Quelle: Wasserqualität: Bayernweite Belastung: Gefährliche Chemikalien im Trinkwasser? BR Fernsehen, https://youtu.be/lvNaYuKUIlE

Mehr dazu erfahren Sie auch in unserem Blog unter:

PFC´s im Leitungswasser

Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) im Wasser

Neuartige und teilweise noch unbekannte Spurenstoffe im Wasser

sowie in folgendem Video.

  

Video - Quelle: Wasserqualität: Bayernweite Belastung: Gefährliche Chemikalien im Trinkwasser? BR Fernsehen, https://youtu.be/lvNaYuKUIlE

 

Überschreitung der Grenzwerte für PFOA und deren Folgen

Die Kommission Human-Biomonitoring (HBM) des Umweltbundesamtes (UBA) hat jüngst HBM-II-Werte, darunter auch für PFOA, veröffentlicht. Dabei wird von Grenzwerten für PFOA von 10 µg/l für die Allgemeinbevölkerung und 5 µg/l für Schwangere und Frauen im gebärfähigen Alter im Blut gesprochen. Eine Bewertung die deutlich macht, dass die getesteten Anwohner im Landkreis Altötting mit deutlich höheren PFOA-Werten belastet sind.

Dies kann gemäß HBM-Kommission nach derzeitigen Stand der Wissenschaft Auswirkungen auf die Gesundheit haben und eine Gesundheitsgefährdung darstellen. Konkret stehen PFC wie PFOA unter Verdacht krebserregend zu sein.[3]  Darüber hinaus geht PFOA direkt von der Muttermilch auf Neugeborene über.[4]

 

 Abbildung 3 - Quelle: Wasserqualität: Bayernweite Belastung: Gefährliche Chemikalien im Trinkwasser? BR Fernsehen, https://youtu.be/lvNaYuKUIlE

Die Kommission empfiehlt Maßnahmen zu treffen, um die Belastung im Trinkwasser deutlich zu reduzieren. Mit neuen Aktivkohle-Filteranlagen soll das Trinkwasser im Landkreis Altötting verbessert werden und die PFOA Konzentration im Blut der Anwohner nach und nach sinken.

Unser Resümee: Untersuchungen, Empfehlungen sowie geeignete Maßnahmen rund um Chemikalien wie PFOA gehen nur schleppend voran. Häufig erfolgt die Bewertung und Reaktion auf auffallende Studien wie in Altötting nur verhalten.

Um als Konsument bedenkenfrei Wasser dort zu genießen, wo es als Trinkwasser im eigenen Haushalt aus der Leitung kommt, können Sie es mit einem guten Trinkwasseraufbereitungssystem Ihr Wasser direkt zu Hause filtern.  Chemikalien wie PFOA werden dabei schonend herausgefiltert, ebenso wie andere PFC-Schadstoffe.

 



[1] Vgl. Landratsamt Altötting: "Humanbiomonitoring (HBM)-II-Werte für PFOA veröffentlicht", https://www.lra-aoe.de/news/humanbiomonitoring-hbm-ii-werte-fuer-pfoa-veroeffentlicht, 2020

[2] Vgl. Ärzteblatt: Trinkwasser belastet: Blutwerte erhöht, Behörde sieht kein Gesundheitsrisiko, 2018, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96403/Trinkwasser-belastet-Blutwerte-erhoeht-Behoerde-sieht-kein-Gesundheitsrisiko

[3] Vgl. Definition Umweltbundesamt Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC)- https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-reach/stoffgruppen/per-polyfluorierte-chemikalien-pfc#textpart-1

[4] Vgl. Landratsamt Altötting: "Humanbiomonitoring (HBM)-II-Werte für PFOA veröffentlicht", https://www.lra-aoe.de/news/humanbiomonitoring-hbm-ii-werte-fuer-pfoa-veroeffentlicht, 2020

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