Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) im Wasser

Neben Umweltschadstoffen, die noch aus der Zeit des Altertums stammen, darunter Schwermetalle (Galvanik), Gerbstoffe (Chromat) und Gifte (Arsenik) wirken heute neue Schadstoffgruppen wie PFC und NSO-Heterozyklen äußerst subtil verändernd auf unsere Umwelt.[1] Doch welche weitreichenden Einflüsse auf unsere Gesundheit haben per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) im Wasser?

Was sind PFCs?

PFC steht für per- und polyfluorierte Chemikalien, die ebenfalls als:

  • PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen)
  • oder PFT (perfluorierte Tenside)

bekannt sind.

Bei PFCs handelt es sich um industriell gefertigte Verbindungen, die eine hohe thermische und chemische Stabilität aufweisen und keinen natürlichen Ursprung haben. Sie kommen in der modernen Industrie zum Einsatz und sind beliebt, da sie wasser-, fett-, sowie schmutzabweisend sind. PFC werden nicht nur in Kleidung oder Baustoffen, sondern auch in Pappbechern und Pizzakartons sowie vielen weiteren Produkten des täglichen Lebens verarbeitet.

Besorgniserregende Erkenntnisse zum PFC Problem in der Wasserversorgung in Deutschland

Bei Herstellung, Gebrauch sowie bei Entsorgung werden die PFCs freigesetzt. Bei der Behandlung in den Kläranlagen entstehen noch mehr dieser Stoffe, die anschließend ungehindert in Flüsse und Meere geleitet werden sowie als Klärschlamm-Dünger weltweilt in das Grundwasser gelangen. Studien zeigen, dass PFCs aufgrund Ihrer Langzeitbelastung eine hohe toxische Wirkung auf Menschen und Tiere haben. Dabei ist der Abbauprozess enorm langsam, da PFC von der Natur nahezu überhaupt nicht abgebaut werden kann. PFC steht im Verdacht krebserregend sowie fortpflanzungsgefährdend zu sein. [2] Was vielen Deutschen nicht bekannt ist, diese Erkenntnisse bestätigte der Deutsche Bundestag bereits 2015 in einer Antwort auf eine Anfrage Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. [3] Jedoch ohne Konsequenzen, wie u. a. ein Fachbeitrag im Ärzteblatt zeigt. Demzufolge beispielsweise 2018 die Auswertungen von Blutproben durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen, deutlich erhöhte Blutwerte durch mit möglicherweise krebserregenden Chemikalien verunreinigtes Trinkwasser im Bezirk Altötting ergaben. Getestet wurden die Werte von Perfluoroctansäure (PFOA) die zu den industriell gefertigten per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS)zählen, die bei den Probanden bei 20 Mikrogramm je Liter Blut lagen. Diese Ergebnisse wurden jedoch durch das LGL als „nicht schädlich für die Gesundheit“ eingestuft. Und das, obwohl das LGL ebenfalls angibt, dass das PFOA im Organismus nicht abgebaut wird und erst nach 3 Jahren über die Niere ausgeschieden werden kann.[4]

Allein in Bayern wurden in 34 Regionen per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) in Grund- und Trinkwasser nachgewiesen, teilweise in besorgniserregend hoher Konzentration. Die Menschen machen sich vor Ort nicht grundlos sorgen und fragen sich, wie gefährlich diese Stoffe wirklich sind?

 

 Quelle: Bayrischer Rundfunk, kontrovers: Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) in Grund- und Trinkwasser in Bayern

 Alarmierende Fakten zu PFC aus einer amerikanischen Studie

2016 berichtete eine Studie in den USA über alarmierende Ergebnisse. Sie untersuchte in Ohio die Kontaminierung von Trinkwasser mit Perfluoroctansäure durch eine dort ansässige Fabrik und ermittelte Krankheiten, deren Ursachen wahrscheinlich mit dieser Exposition in Zusammenhang stehen, darunter Nieren-, Hodenkrebs, die chronische Darmerkrankung „Colitis Ulcerosa“, sowie Erkrankungen der Schilddrüse, Bluthochdruck in der Schwangerschaft und ein besonders erhöhter Cholesterinspiegel. [5] Trotz dieser Studienergebnisse mangelt es weltweit weiter an konsequenten Untersuchungen des Trinkwassers. Die Unsicherheit und Sorge der Bevölkerung bleibt …



[1] LGA Bericht: "Schadstoff-Alarm! PFC und NSO gefährden Gewässer!, https://www.lga-geo.de/images/Infomaterial/PFC-NSO_schadstoffe.pdf, 2018

[2] Definition Umweltbundesamt Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC)- https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-reach/stoffgruppen/per-polyfluorierte-chemikalien-pfc#textpart-1

[3] Deutscher Bundestag: Per- und polyfluorierte Chemikalien in der Umwelt 2015, http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/18/059/1805905.pdf

[4] Ärzteblatt: Trinkwasser belastet: Blutwerte erhöht, Behörde sieht kein Gesundheitsrisiko, 2018, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/96403/Trinkwasser-belastet-Blutwerte-erhoeht-Behoerde-sieht-kein-Gesundheitsrisiko

[5] Study: Public water supply is unsafe for millions of Americans https://edition.cnn.com/2016/08/09/health/contaminated-water/index.html, 2016

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