Zeitbombe Plastik: Plastikmüll wird in Deutschland nur zu 16 % (größtenteils Verpackungen) recycelt

In Deutschland sind viele Haushalte auf sorgfältige Mülltrennung bedacht, leider nützt das der Umwelt weltweit nur bedingt. Umweltaktivisten machen deutlich wie weniger als 16 Prozent Plastik in Deutschland wirklich wiederverwertbar gemacht werden.[1] Warum wir eine weltweite Plastik Krise haben, welche Gesundheitsgefahren von ihr ausgehen und welche Wege es aus der Krise gibt.

Problem Plastik

Plastik gilt mittlerweile als unverzichtbar und wird nicht nur in Plastiktüten und Smartphones verwendet, sondern in unzähligen Konsumgütern. Doch: Nahezu die Hälfte aller Plastikprodukte ist bereits nach nur 1 Monat Müll![2]

Allein in den Jahren zwischen 1950 und 2015 wurden weltweit rund 8,3 Milliarden Tonnen Plastik hergestellt – mehr als 1 Tonne für jeden von uns. Noch erschreckender ist jedoch der Fakt, dass fast die Hälfte alles jemals hergestellten Kunststoffes seit 2000 produziert wurde.

 

Quelle: Plastikatlas 2019, 15b, /GEYER CC BY 4.0

Die Ursachen der Plastik Krise verdeutlicht folgende Übersicht: 

 

Quelle: Plastikatlas 37a, 2019/GEYER CC BY 4.0

Zur Plastikverschmutzung tragen große Konzerne wie Coca-Cola, die Konsumgüter herstellen, entscheidend bei. 

 

Quelle: Plastikatlas 2019, 13a, Plastikatlas 2019/DUH, MACARTHUR, CC BY 4.0

 

Quelle: Plastikatlas 2019, 44, Plastikatlas 2019/DUH, MACARTHUR, CC BY 4.0

 

Quelle: Plastikatlas 2019, 27b, Plastikatlas 2019/ACC, CC BY 4.0

 

Doch wozu brauchen wir eigentlich das ganze Plastik? Das zeigt folgende Grafik:

 

Quelle: Plastikatlas 2019, 15a, Plastikatlas 2019/Geyer, CC BY 4.0

Wir gelten in Deutschland zwar als Recycling Weltmeister, das leider aber nur in den Statistiken. Die Recycling-Quoten in Deutschland lagen demnach im Jahr 2016 bei vorbildlichen 45 Prozent. Eine bewusste Täuschung der Verbraucher, denn dieser Wert bezieht sich nur auf die Anlieferung an ein Recycling-Unternehmen. Leider allerdings nicht auf die tatsächlich recycelten Produkte.[3] Den Beginn einer Zeitwende verdeutlich folgende Grafik zum Export von Plastikmüll nach China:

 

Quelle: Plastikatlas 2019, 38, Plastikatlas 2019/Greenpeacer, CC BY 4.0

In der Praxis werden nicht ganz 16 Prozent der Kunststoffabfälle wiederverwertet. Die folgende Grafik aus dem neuen Plastikatlas 2019 liefert eine Reihe interessanter Facts zum Thema:

 

Quelle: Plastikatlas 2019, 8, Plastikatlas 2019/Geyer, CC BY 4.0

Der Plastikatlas macht das Problem deutlich. Weltweit wurden von dem jemals produzierten Plastik nicht einmal 10 Prozent recycelt. In der Praxis wird der Plastikmüll aus Deutschland weltweit exportiert und verseucht in den Zielregionen wie zum Beispiel Malaysia und anderen asiatischen Ländern die Umwelt.

 Quelle: Plastikatlas 2019, 39a, Plastikatlas 2019/Greenpeace, CC BY 4.0

 

Quelle: Plastikatlas 2019, 39b, Plastikatlas 2019/Greenpeace, CC BY 4.0 

CO2-Ausstoß bei Produktion und Verbrennung von Plastik

Im Plastikatlas enthalten ist eine Hochrechnung des "Zentrums für Internationales Umweltrecht", die davon ausgeht das bis zum Jahre 2050 durch die Plastik-Produktion einen Ausstoß von 52,5 Gigatonnen Kohlendioxid hervorgerufen wird. Es entstehen erhebliche Emissionen von Treibhausgasen beispielsweise durch die Produktion von Polyesterfasern:

 Quelle: Plastikatlas 2019, 23, Plastikatlas 2019/Greenpeace, CC BY 4.0

Ein interessanter Fakt: Plastik könnte allein 10-13 % der gesamten Menge an Kohlenstoff verbrauchen, die unsere Weltbevölkerung einsparen müsste, um die Erwärmung der Erde auf 1,5 Grad einzudämmen.[4]

Das Weltklima ist durch Plastik bedroht:

Quelle: Plastikatlas 2019, 26, Plastikatlas 2019/CIEL, IPCC, CC BY 4.0 

Gesundheitsgefahren durch Plastik

Plastik stellt eine Gefahr für die Umwelt dar und gilt als unsichtbares Risiko für unsere Gesundheit. Unter anderem nehmen wir Nanopartikel davon über die Luft, die Nahrung und unser Trinkwasser auf. Als eine Ursache der Kontamination gilt das Ausbringen von Klärschlamm auf unsere Äcker:

Quelle: Plastikatlas 2019, 21b, Plastikatlas 2019/Greenpeace, CC BY 4.0

Eine aktuelle Studie belegt, dass jeder Erwachse jährlich bis zu 212.000 Partikel Mikroplastik konsumiert. Allein durch die Wasseraufnahme über Plastikflaschen gelangen bis zu 90.000 kleinste Plastik-Teilchen jedes Jahr in unseren Körper.

Zahlreiche wichtige Informationen dazu finden Sie in diesen Blogbeiträgen:

Mikroplastik in unserem Trink- und Mineralwasser?

Neue Erkenntnisse zur Belastung unseres Trinkwassers durch Nanopartikel

Mikroplastik in Plastikflaschen

Nanopartikel im Trinkwasser

Doch welche Gefahren zu Wasser, zu Lande und in der Luft sind wir ausgesetzt?

 

Quelle: Plastikatlas 2019, 16, Plastikatlas 2019/CIEL, CC BY 4.0

Die folgende Grafik veranschaulicht die weitreichenden Gesundheitsfolgen, die der Kontakt mit hormonell wirksamen Stoffen aus Plastik haben kann.

Quelle: Plastikatlas 2019, 17, Plastikatlas 2019/HEAL, CC BY 4.0

Wie denken wir über das Plastikproblem?

Eine repräsentative Befragung zeigt, wie wir Deutschen über Plastikmüll und Maßnahmen zur Reduzierung denken:

 

Quelle: Plastikatlas 2019, 16, /HBS, CC BY 4.0

Die Ausmaße sind deutlich drastischer, als wir an vielen Stellen glauben. Die folgenden Grafiken zeigen beispielsweise die Plastikmenge allein in unseren Weltmeeren sowie die Plastikschwemme.

 

Quelle: Plastikatlas, 29a, 2019/GRID, CC BY 4.0

 

Quelle: Plastikatlas, 32, 2019/UBA, CC BY 4.0 

Ist Bio-Kunststoff eine Lösung?

Weltweit wird mittlerweile immer häufiger auf Bio-Plastik gesetzt:

Quelle: Plastikatlas 2019, 14, /EB, CC BY 4.0

Der Plastikatlas macht deutlich, dass bestimmtes Bio-Plastik keine Alternative darstellt. Ein Grund dafür sind die schlechten Klimabedingungen unter denen die dafür verwendeten Pflanzenarten wachsen. Zusätzlich sind viele derartiger Plastikstoffe nicht biologisch abbaubar, sondern lassen sich nur über Entsorgungsanlagen verwerten. Das Versprechen von Bio-Kunststoff ist bislang noch nicht immer einlösbar, wir jedoch brauchen derartige und neue Methoden.

 Quelle: Plastikatlas 2019,35, IFBB.HAUPTMANN, UBA, ZWE, CC BY 4.0 

Wege aus der Plastik Flut?

Umweltschützer machen ihre Forderung nach einer deutlichen Drosselung des Einweg-Plastik laut. Die EU-Kommission hat hierfür eine Kunststoff-Strategie erstellt, um Schritte gegen die Plastikvermüllung einzuleiten. Ein Punkt dabei ist es, dass bis 2030 alle Verpackungen aus Kunststoffen recycelbar sein müssen. In den Mitgliedstaaten wurden bereits Halme und Besteck aus Plastik verboten.

Quelle: Plastikatlas 2019, 42, /UN, CC BY 4.0 

Es mangelt nicht an geplanten Initiativen zur Eindämmung der Plastikkrise. Jedoch wird darin meist nur die Entsorgung berücksichtigt und es fehlt an Abstimmung. Darüber hinaus sind bislang viele Hersteller aus der Verantwortung entlassen. Die Lösung liegt nicht allein im Recycling, sondern in neuen Ansätzen. Zero-Waste-Strategien sind gefragt. Wie das funktionieren kann, zeigen eine Reihe von Beispielen mit Vorbildfunktion. Nur was im Kleinen beginnt, kann sich global verbreiten.

Quelle: Plastikatlas 2019/ZWE, CC BY 4.0 

Unser Fazit:

Hält man sich den Werdegang vom Flaschenwasser vor Augen, ist klar: Flaschenwasser ist ökologisch nicht vertretbar. So stellen schon allein die anfallende Energie und das Material für die Herstellung und den Transport einen ökologischen Irrsinn dar. Würden WasserTrinker auf Alternativen zu Flaschenwasser zugreifen, könnten damit allein in Deutschland jährlich mehr als 16 Mrd. Flaschen eingespart werden!

Jeder kann selbst etwas gegen die Plastikkrise tun und konsequent auf Plastikprodukte wie Wasser in Plastikflaschen verzichten. Bei der WasserManufaktur erzeugen wir gesundes Wasser, frei von Mikroplastik und anderen Verunreinigungen, direkt vor Ort, ohne lange Transportwege.

 

 



[1] Vgl. Spiegel: "Recycling in Deutschland - Nur 16 Prozent des Plastikmülls werden wiederverwendet", https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/plastikmuell-nur-16-prozent-werden-in-deutschland-wiederverwendet-a-1271125.html, 2019

[2] Plastikatlas 2019 Seite 19, https://www.boell.de/sites/default/files/2019-11/Plastikatlas_2019_3._Auflage.pdf?dimension1=ds_plastic_atlas, 2019

[3] Vgl. Spiegel: "Recycling in Deutschland - Nur 16 Prozent des Plastikmülls werden wiederverwendet", https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/plastikmuell-nur-16-prozent-werden-in-deutschland-wiederverwendet-a-1271125.html, 2019

[4] Vgl. Spiegel: "Recycling in Deutschland - Nur 16 Prozent des Plastikmülls werden wiederverwendet", https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/plastikmuell-nur-16-prozent-werden-in-deutschland-wiederverwendet-a-1271125.html, 2019

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Zapf dir Wasser

in Berlin, BIO COMPANY Yorckstraße
in Frankfurt (Oder) im Kornspeicher