Mikroplastik in Plastikflaschen

In letzter Zeit häufen sich Untersuchungsergebnisse zum Thema Mikroplastik in unserer Umwelt. Eine aktuelle Studie an der Universität in Victoria / Kanada macht das Problem jetzt mehr als deutlich und zeigt, dass jeder Erwachse jährlich bis zu 212.000 Partikel Mikroplastik aufnimmt. Allein durch die Wasseraufnahme über Plastikflaschen werden bis zu 90.000 kleinste Plastik-Teilchen jedes Jahr aufgenommen. Die Wissenschaftler halten ihre gemachten Schätzungen noch für zu niedrig.¹

Mikroplastik überall?

Ganz gleich ob synthetische Kleidung, Kosmetika, Autoreifen, Plastikverpackungen – die Produkte unseres täglichen Bedarfs sind voller Kunststoff und geben Unmengen an kleinsten Partikeln an unsere Umwelt ab. Dabei handelt es sich um winzige Teilchen, deren genaue Wirkung auf unseren Organismus noch nicht im Detail erforscht wurde. Für die Wissenschaftler der kanadischen Studie haben Partikel, die kleiner als 130 Mikrometer sind jedoch das Potential vom menschlichen Gewebe aufgenommen zu werden und dort Reaktionen wie Entzündungen und Immunstörungen auszulösen. Die kanadischen Forscher analysierten im Rahmen Ihrer Studie für das Fachmagazin „Environmental Science and Technology“ hunderte Datensätze zur Verschmutzung durch Mikroplastik und verglichen diese mit den durchschnittlichen Lebens- und Essgewohnheiten von US Bürgern. Wie viele Mikroteilchen eine Person aufnimmt, hängt dabei auch stark vom Lebensumfeld und den Essgewohnheiten ab. Ein Erwachsener kann dabei ohne es zu wissen jährlich allein rund 52.000 Partikel über die Luft einatmen.

Für diese Ergebnisse untersuchten die Forscher um Kieran D. Cox 26 Studien die sich mit dem Gehalt an Mikroplastik in:

  • Fischen und Meeresfrüchten
  • Zucker
  • Salz
  • Honig
  • alkoholischen Getränken
  • Luft
  • Trinkwasser
  • beschäftigten und verglichen diese mit den Ernährungsempfehlungen der USA.

 

Trinken aus Plastikflaschen erhöht den Mikroplastikanteil um ein Vielfaches

Menschen die nur aus Plastikflaschen trinken nehmen den Schätzungen der kanadischen Forscher zufolge zusätzlich weitere 90.000 Partikel pro Jahr zu sich. „Leitungswassertrinker nähmen dagegen nur rund 4000 Teilchen pro Jahr auf.“² Das Ergebnis macht deutlich, dass es besser ist auf den Genuss von Getränken aus Plastikflaschen zu verzichten.

Du bist was du isst – konsumiert jeder von uns umgerechnet eine Kreditkarte pro Woche?

Einer weiteren Untersuchung auf der University of Newcastle in Australien basierenden Studie im Auftrag des WWF zufolge nehmen Menschen pro Woche im globalen Durchschnitt bis zu fünf Gramm Mikroplastik auf. Dieser Anteil entspricht in etwa dem Gewicht einer Kreditkarte.³

Mikroplastik in der Luft, im Wasser und in der Nahrung

Erwachsene in Industrieländern könnten der kanadischen Studie zufolge mehr als 500 Mikroplastik-Partikel täglich über Luft, Wasser und Nahrung aufnehmen. Werden Nahrung, Atemluft und Wasseraufnahme zusammengerechnet, kommt den Schätzungen zufolge ein Mädchen, das Leitungswasser konsumiert auf 81.000 und ein Erwachsener Mann der regelmäßig Wasser aus Plastikflachen trinkt auf 212.000 Partikel pro Jahr.⁴
Die Wissenschaftler machen darauf aufmerksam, dass stärker Mikroplastik in Luft und Wasser eingegangen werden muss, denn allein ein Drittel der Partikel kommt aus der Luft. Genauere Angaben zu Quellen von Mikroplastik in Deutschland macht der WWF in seinem aktuellen Faktenblatt-Mikroplastik:

Abbildung 1: Quelle: Top-Ten-Quellen von Mikroplastik in Deutschland Fraunhofer Umsicht, WWF-Faktenblatt-Mikroplastik, 2019

Zahlreiche Studien zu Mikroplastik, mehr dazu u. a. unter Mikroplastik in unserem Trink- und Mineralwasser, beschäftigen sich beispielsweise auch mit der Verschmutzung der Meere. Allerdings ist noch relativ unklar, wie die Auswirkungen von Mikroplastik an Land beispielsweise auf unser Grundwasser sind. An Land sind Böden wahrscheinlich die wichtigste Senke von Mikroplastik.⁵ Einmal in der Umwelt, gelangt Plastik in Luft und Böden und sickert bis ins Grundwasser wie folgende Grafik aus dem Faktenblatt des WWF verdeutlicht:

Abbildung 2: WWF-Faktenblatt-Mikroplastik: Mikroplastik in der Umwelt, Seite 11, Stand 2019- aus Prozesse, Quellen und Senken von Mikroplastikpartikeln in Bodensystemen. Quelle: Hurley, Nizetto (2018)

Forscher des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei konnten jetzt erstmals belegen, dass sich an Land, in Böden und Binnengewässern, große Mengen Kunststoffteilchen finden –bis zu 23-mal mehr als in den Ozeanen!⁶

Fazit der Studien: Nicht nur die Wissenschaftler im Forschungsteam der Universität in Victoria/Kanada bestätigen, dass der wirksamste Weg gegen die steigende Verschmutzung mit Mikroplastik nur durch die verringerte Produktion und Nutzung von Plastik in unseren Alltagsprodukten möglich werden kann.

Mikroplastik und die Auswirkungen auf unseren Körper:

Dr. Tamara Grummt (UBA) und Prof. Dr. Angela Köhler konnten in ihren Untersuchungen zeigen, wie stark der Einfluss von Mikroplastik auf unseren Körper ist:„Zum jetzigen Zeitpunkt kann durch Untersuchungen am Lebendzellmikroskop gezeigt werden, dass Mikroplastikpartikel einen unmittelbaren Effekt auf die humanen Zelllinien ausüben. Es können zwei Wirkungen beschrieben werden: 1. Die Partikel lagern zwischen den Zellen oder lagern sich an deren Oberflächen. Dies führt zur starken Beeinflussung der Zellen. Das ist nicht nur optisch sichtbar, sondern auch eine Ausschüttung von Entzündungsparametern ist messbar. Entzündungsprozesse sind in vielen Fällen bei Anhalten der Exposition in die Entwicklung von chronischen Krankheiten involviert. 2. Weiterhin konnte beobachtet werden, dass die Partikel in die Zellen eindringen können“ . Dr.Tamara Grummt macht dabei erschreckend deutlich, dass „als eine Wirkung der Mikroplastikpartikel entzündliche Prozesse (Zytokine) zu erwarten sind, die dann bei anhaltender Exposition zu adversen Effekten führen können, wie z. B. Krebs.“⁸

Versuche an Tieren zeigen weitere Auswirkungen von Mikroplastik zu denen unter anderem ein Eingreifen in unser Hormonsystem bestätigt wurde und durch Mikroplastik organische Schadstoffe in unserem Darm gebunden werden. In den Tierversuchen wurden auch geringere Erfolge bei der Fortpflanzung, verstärkte Entzündungsvorgänge, Verkleinerung der Generation sowie eine Erhöhung des Fraßdrucks festgestellt.

Zusammenfasung von Prof. Dr. Angela Köhler, Biologin Alfred Wegener Institut, Helmholtz:: "Wir haben den Verdacht, dass je kleiner die Partikel sind, desto gefährlicher sind sie möglicherweise für den Organismus. Weil sie in die Zellen selbst aufgenommen werden können.“⁹

Die Bundesanstalt für Risikobewertung schweigt zu den durch Mikroplastik verursachten Folgen, wie Prof. Dr. Gerd Liebezeit von der Carlvon-Ossietzky-Universität Oldenburg weiß: “Die Bundesanstalt für Risikobewertung hat bei einer Veranstaltung in Berlin sehr deutlich gesagt, dass man das noch für zu früh hält, um irgendwelche Abschätzungen abzugeben über die mögliche Gesundheitsgefährdung. Nun ist das ein bisschen ein verqueres Argument. Wenn man keinem das Geld gibt, die Gesundheitsgefährdung abzuschätzen, dann kann man natürlich auch keine Aussagen darüber machen, ob es gesundheitsgefährdend ist. Statt zu sagen, ich gebe jetzt mal ein paar 1.000 Euro aus, das ist wirklich nicht viel, lass diese Partikel in der Luft sammeln und gucke mir an, wie die Schadstoffbelastung ist, dann kann ich was dazu sagen, ob das gefährlich ist oder nicht. Das finde ich also von der Politik her einfach ein falsches Verhalten.”¹⁰

Die mehrstufigen Wasserfiltersysteme der WasserManufaktur filtern Mikroplastik raus und reduzieren durch die Wiederbenutzung der Behälter den Plastikverbrauch auf ein Minimum. Mit unserer Alternative zu Flaschenwasser könnten damit allein in Deutschland jährlich mehr als 16 Mrd. Plastikflaschen für Mineralwasser eingespart werden.



Quellen

[1] Vgl. Environmental Science and Technology: Human Consumption of Microplastics, Kieran D. Cox,Garth A. Covernton, Hailey L. Davies, John F. Dower, Francis Juanes and Sarah E. Dudas, Juni 2019
[2] NTV Wissen, Lieber nicht aus Kunststoffflaschen trinken?, https://www.n-tv.de/wissen/Lieber-nicht-aus-Kunststoffflaschen-trinken-article21070497.html, 2019
[3] Tagesschau: WWF-Studie Die wöchentliche Dosis Mikroplastik https://www.tagesschau.de/inland/mikroplastik-studie-101.html, Juni 2019
[4] Vgl. Ökotest, Mikroplastik-Studie: Erwachsene nehmen jährlich bis zu 212.000 Partikel auf, Juni 20199
[5] WWF-Faktenblatt-Mikroplastik: Mikroplastik in der Umwelt, Seite 11, Stand 2019
[6] Vgl. GEO: Mikroplastik: Böden noch stärker belastet als Ozeane, https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit/18364-rtkl-plastikmuell-mikroplastik-boeden-noch-staerker-belastet-als-ozeane, Stand 2019
[7] Vgl. Environmental Science and Technology: Human Consumption of Microplastics, Kieran D. Cox,Garth A. Covernton, Hailey L. Davies, John F. Dower, Francis Juanes and Sarah E. Dudas, Juni 2019
[8] BfR, Bundesinstitut für Risikobewertung: "Fortbildung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst 2018, Dr. Tamara Grummt  S. 61
[9] NDR: "Mikroplastik weiter in Kosmetik" https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Gefaehrliches-Mikroplastik-tatenlose-Industrie,mikroplastik242.html, 2016
[10] Unser Planet: Mikroplastik – Jetzt auch in Bier und Honig!, Gerd Liebezeit, Umweltbundesamt, https://unserplanet.net/mikroplastik/ 2018

 

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