Weltbank warnt vor massiver, weltweiter Krise der Wasserqualität

Während sich bislang die meisten Diskussionen rund um die Menge an Wasser, beispielsweise bei Dürren oder Überschwemmungen drehten, zeigt die Weltbank in einer aktuellen Studie „Qualität unbekannt - Die unsichtbare Wasserkrise“ aus dem August 2019 das die unbekannten und verborgenen Gefahren in der eigentlichen Wasserqualität liegen. Die Probleme betreffen dabei nicht nur Entwicklungsländer, sondern sie sind global.[1]

Die deutschen Forscher Haber und Bosch erhielten im Jahre 1918 den Nobelpreis, für die Gewinnung von Stickstoff. Mit diesem Kunstdünger war es plötzlich möglich große landwirtschaftliche Flächen nutzbar zu machen und Hungersnöte einzudämmen. Segen und Fluch zugleich: denn die Folgen für die Verschmutzung unseres weltweiten Wassers sind enorm.

Im folgenden Video der Weltbank „Quality Unknown: The Invisible Water Crisis“ (Übersetzung: Qualität unbekannt - Die unsichtbare Wasserkrise) wird das Problem noch einmal in seinem vollen Ausmaß klar:

 

In der neuen Weltbank Studie erklärt Wissenschaftler Richard Damania, dass die Konsequenzen aus der Verschmutzung des Wassers mit Stickstoff und unzähligen anderen Chemikalien sowie Mikroteilchen eines der größten Problemstellungen unserer Zeit ist.[2]

Darüber hinaus prüfte die Studie auch den Gehalt an Salz sowie den Gehalt an biologischen Sauerstoff in unserem Wasser: mit erschreckenden Erkenntnissen. Weltweit besteht ein enormes Risiko für unsere Wasserqualität.

Insbesondere Europa unter anderem auch Deutschland aber auch die USA, China sowie Afrika und Australien sind größtenteils davon betroffen. Die unbekannte Wasserbedrohung ist demzufolge viel tiefgreifender, als es bisher angenommen wurde. Veraltet ist dabei die Annahme, dass die Wasserverschmutzung nur ein Problem in armen Ländern ist. Auch ein hohes Einkommen ist kein Garant für eine gute Wasserqualität. Aufgrund des starken Wachstums der Wirtschaft, insbesondere Industrieländern, nehmen die chemischen Zusatzstoffe, die auch ins Grundwasser gelangen täglich zu.

 

Quelle: WorldBank - Richard Damania, Sébastien Desbureaux, Aude-Sophie Rodella, Jason Russ, and Esha Zaveri: QUALITY UNKNOWN THE INVISIBLE WATER CRISIS, https://openknowledge.worldbank.org/bitstream/handle/10986/32245/9781464814594.pdf?sequence=3&isAllowed=y, August 2019, S. 7

Gewaltige Belastung des Wasserkreislaufs mit chemischen Stoffen

In den Industriestaaten werden ständig neue Chemikalien in die Umwelt und das Grundwasser eingetragen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass beispielsweise in den USA so jedes Jahr rund 1000 neue Substanzen in das Grundwasser gelangen.

Länder wie Deutschland, Frankreich oder Griechenland belasten die Wasserqualität, indem sie beispielsweise die Grenzwerte für Nitrat deutlich überschreiten. Mehr darüber erfahren Sie unter anderem hier: Nitratbelastung im Grundwasser: im EU-Vergleich hält Deutschland den Rekord

Diese Länder wurden bereits mehrfach mit Sanktionen des europäischen Gerichtshofs belegt. Sie beteuern ihre Bemühungen, die Politik bleibt aber bislang untätig.

Die Europäische Union hat Deutschland, aufgrund der hohen Grundwasserbelastung mit Nitrat, mit einer letzten Fristsetzung gedroht. Dabei gilt der Konflikt um die Trinkwasserqualität zwischen Berlin und Brüssel seit langem als bekanntes Thema. Deutschland steht wegen deutlicher Überschreitung der Nitratwerte im Grundwasser eine neue Klage durch die EU-Kommission mit einer drohenden Zwangsgeldverordnung von 850.000 Euro TÄGLICH ins Haus!

Weltbank hält bestehende Verfahren zur Beseitigung von Fremdstoffen aus unserem Wasser für unzureichend

Die Kommunen betonen immer wieder, wie gut unser Trink- und Abwassersystem in Deutschland funktioniert.

Allerdings werden dabei Problemstellungen wie Verschmutzungen mit Mikroplastik oder Rückständen der Pharmaindustrie (darunter zahlreiche Medikamente) bislang überhaupt nichts berücksichtigt. Mehr dazu lesen Sie auch in den Beiträgen: Haben wir Probleme mit Medikamentenrückständen im Wasserkreislauf? Sowie Mikroplastik in unserem Trink- und Mineralwasser?

Darüber hinaus gibt es für viele Schadstoffe weder festgelegte Grenzwerte noch zuverlässige Messungen. Hinzu kommt, dass die sogenannte Cocktailwirkung von vielen hunderten oder sogar tausenden unterschiedlichen Spurenstoffen auf die Gesundheit nur sehr schwer bis gar nicht einzuschätzen ist. Aus umweltmedizinischer Sicht sollte jegliche Aufnahme von toxikologischen Stoffen – egal in welchen Größenordnungen – vermieden werden. Lesenswert dazu: Neuartige und teilweise noch unbekannte Spurenstoffe im Wasser

Subventionen für Dünger weltweit verschärfen die Problemstellung

Die Studie der Weltbank legt nahe, dass ein höher Einsatz von Düngemittel und deren Subventionierung in Entwicklungsländern, nicht zwingend für eine bessere Lebenslage sorgt. Im Gegenteil für Babys und Kleinkinder, beispielsweise in Vietnam und Afrika, aufgrund von überhöhten Salz und Nitratwerten im Boden und Trinkwasser sogar lebensbedrohlich sein kann. Ein viel zu hoher Salzgehalt sorgt weltweit für Verluste in der Agrarwirtschaft. Folgende Grafik bietet einen Überblick:

 

Quelle: WorldBank - Richard Damania, Sébastien Desbureaux, Aude-Sophie Rodella, Jason Russ, and Esha Zaveri: QUALITY UNKNOWN THE INVISIBLE WATER CRISIS, https://openknowledge.worldbank.org/bitstream/handle/10986/32245/9781464814594.pdf?sequence=3&isAllowed=y, August 2019, S. 51


Weltbank ruft zum sofortigen Handeln auf

Die Studie der Weltbank setzt ein klares Zeichen und fordert umgehendes Handeln! Das Untätigbleiben der Politiker darf nicht länger geduldet werden.

Passend dazu werden in der Studie konkrete Vorschläge zu Informationen, Prävention und Investitionen für ein Tätigwerden der Politik zum Schutz der Wasserqualität gemacht, die in folgender Grafik veranschaulicht werden.

 

Quelle: WorldBank - Richard Damania, Sébastien Desbureaux, Aude-Sophie Rodella, Jason Russ, and Esha Zaveri: QUALITY UNKNOWN THE INVISIBLE WATER CRISIS, https://openknowledge.worldbank.org/bitstream/handle/10986/32245/9781464814594.pdf?sequence=3&isAllowed=y, August 2019, S. 113

Darüber hinaus betont auch der Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU), dass immer mehr Schadstoffe in unser Wasser eingetragen werden, die es immer schwerer machen die gesetzlich vorgeschriebene Trinkwasserqualität einzuhalten. Der Verband fordert, dass die Verursacher auch an den Kosten für die Wasserreinigung beteiligt werden sollten. Im Idealfall sollten die Stoffe überhaupt nicht erst in den Wasserkreislauf gelangen, denn die Vorsorge ist deutlich besser, als die nachträgliche Reinigung.

Solange weiter ungehindert Stoffe in das Trinkwasser gelangen, helfen unsere mehrstufigen Wasserfiltersysteme umweltschonend und preiswert alle Stoffe herausfiltern.



[1] Vgl. WorldBank - Richard Damania, Sébastien Desbureaux, Aude-Sophie Rodella, Jason Russ, and Esha Zaveri: QUALITY UNKNOWN THE INVISIBLE WATER CRISIS, https://openknowledge.worldbank.org/bitstream/handle/10986/32245/9781464814594.pdf?sequence=3&isAllowed=y, August 2019

[2] Vgl. WorldBank - Richard Damania, Sébastien Desbureaux, Aude-Sophie Rodella, Jason Russ, and Esha Zaveri: QUALITY UNKNOWN THE INVISIBLE WATER CRISIS, https://openknowledge.worldbank.org/bitstream/handle/10986/32245/9781464814594.pdf?sequence=3&isAllowed=y, August 2019

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