Deutsche trinken zu wenig Wasser, aber wieviel ist eigentlich empfehlenswert?

Eine repräsentative emnid-Umfrage macht deutlich, dass etwas mehr als die Hälfte aller Deutschen (51 %) zu wenig Wasser trinkt und damit unter der oft empfohlenen Menge von 2 Liter bleibt.[1] Doch auch hier sind sich Mediziner und Wissenschaftler uneins. Wieviel Wasser sollten wir denn täglich trinken?

Die emnid-Studie zeigt, dass 56 Prozent der Männer angeben, täglich mehr als 2 Liter zu trinken, hingegen nur 42 Prozent der Frauen. Ebenfalls auffällig: mit zunehmenden Alter trinken die Menschen in Deutschland generell weniger. Trinken beispielsweise 52 Prozent der 14-29 Jährigen mehr als zwei Liter täglich, sind es in der Altersgruppe über 60 nur noch 44 Prozent.

Doch wie aussagekräftig sind derartige Studien, wenn sich selbst Experten uneinig darüber sind, wieviel wir täglich Wasser zu uns nehmen sollten?

Mayo Clinic Formel liefert Faustregel für täglichen Wasserbedarf

Mediziner der Mayo Clinic, eine renommierte Non-Profit-Forschungsorganisation in den USA, der mehrere Arztpraxen und Kliniken mit über 4500 Wissenschaftlern angehören, haben jetzt berechnet, wieviel Flüssigkeit wir täglich wirklich pro Tag zu uns nehmen sollten. Als allgemeinen Richtwert empfehlen Sie Männern jeden Tag etwa 13 Gläser Wasser (je Glas 1 Wasser = 235 Milliliter Wasser) zu trinken und Frauen 9 Gläser über den Tag verteilt. Männer würden demnach etwa 3 Liter, Frauen 2,1 Liter am Tag trinken.[2]

Da jeder Mensch anders ist, zieht die Mayo Clinic Formel entsprechend das Alter und das Gewicht heran, um zuverlässige Aussagen über die notwendige Wasseraufnahme treffen zu können.

Bei Hitze und sportlichen Aktivitäten steigt der tägliche Wasserbedarf

Für alle, die gern Sport treiben oder auch an Tagen mit großer Hitze gilt, dass der Wasserbedarf ein bisschen höher ausfällt. Ganz gleich ob eine Stunden Joggen, Radfahren oder ähnliches, dort wo Wasser verloren wird, muss auch zusätzlich ein Defizit ausgeglichen werden.

Gibt es auch ein „zu viel“ beim täglichem Wasserkonsum?

Entscheidend ist es, in regelmäßigen Abständen zu trinken. Ein extrem hoher Wasserkonsum von deutlich mehr als einem Liter pro Stunde kann gefährlich werden. Denn unsere Nieren sind nicht in der Lage so schnell auf einmal so viel Wasser zu verarbeiten. Es kann zu einem Absinken des Natriums im Blut führen, dass wiederrum zu Kopfschmerzen, Übelkeit bis hin zum Tod führen kann.

Wasser als "Lebensretter"?

Wasser kann tatsächlich als „Lebensretter“ fungieren, denn eine Studie mit mehr als 20.000 Probanden zeigte,  dass bei Männern, die täglich fünf oder mehr Gläser (à 240 ml) Wasser am Tag tranken, sich das Risiko für eine tödlich verlaufende koronare Herzkrankheit um 54 % reduzieren lässt, bei Frauen um 41 %. Bei anderen Getränken stellte sich ein gegenteiliger Effekt ein.[3]

Empfehlenswert ist es dabei gleich morgens direkt nach dem Aufstehen einen halben Liter (warmes) Wasser zu trinken, um den Verlust an Flüssigkeit der Nacht wieder auszugleichen. Denn das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt ist weiteren Studien zufolge am Morgen bis zu viermal so hoch.[4]

 


[1] Medizinauskunft, emnid-Studie http://www.medizinauskunft.de/artikel/gesund/Essen_Trinken/28_10_trinken.php

[2] Water: How much should you drink every day?https://www.mayoclinic.org/healthy-lifestyle/nutrition-and-healthy-eating/in-depth/water/art-20044256

[3] Chan J, Knutsen SF, Blix GG, Lee JW, Fraser GE (2002): Water, Other Fluids, and Fatal Coronary Heart Disease. The Adventist Health Study. Am J Epidemiol; 155(9): 827-833.

[4] Muller JE (1989): Morning Increase of Onset of Myocardial Infarction. Implications Concerning Triggering Events. Cardiology; 76:96–104., Ridker PM, Manson JE, Buring JE, Muller JE, Hennekens CH (1990): Circadian variation of acute myocardial infarction and the effect of low-dose aspirin in a randomized trial of physicians. Circulation; 82:897-902

 

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