Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat eine neue Untersuchung veröffentlicht, die die Belastung deutscher Trinkwasser- und Mineralwasserproben mit PFAS (Per- und Polyfluorierte Alkylsubstanzen) aufzeigt. In 42 von 46 Proben fanden sich nachweisbare Mengen dieser sogenannten Ewigkeitschemikalien, also Stoffe, die in der Umwelt praktisch nicht abgebaut werden können.[1][2]

Quelle: BUND 2025: „PFAS im Trinkwasser: BUND-Aktive entdecken erneut Ewigkeits-Chemikalien in Leitungs- und Mineralwasser“, https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/pfas-im-trinkwasser-bund-findet-ewigkeits-chemikalien-in-leitungs-und-mineralwasser/?utm_source=chatgpt.com, 2025 -In 42 von 46 Trinkwasser-Stichproben wurden PFAS nachgewiesen. (Bild: BUND/projektoren)
Was sind PFAS und warum sind sie ein wachsendes Problem?
PFAS werden wegen ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften in zahllosen Alltagsprodukten eingesetzt – etwa in Outdoor-Bekleidung, Backpapier, Pfannenbeschichtungen, Kosmetika, Feuerlöschschäumen und sogar in Lebensmittelverpackungen.
Ihr massiver Nachteil: Sie sind chemisch extrem stabil, da die Bindung zwischen Kohlenstoff und Fluor eine der stärksten in der organischen Chemie ist. Dadurch werden PFAS in der Umwelt praktisch nicht abgebaut und können über Jahrhunderte in Böden, Gewässern und im menschlichen Organismus verbleiben.[3]
Was die neue BUND-Studie über „Ewigkeitschemikalien“ wirklich zeigt
Die Laboranalyse umfasste 58 PFAS-Verbindungen (Nach aktuellem wissenschaftlichen Stand gibt es ca. 13.000 PFAS!!!) von klassischen Stoffen wie PFOA bis hin zu modernen Ersatzverbindungen wie TFA und PFPrA. Die Proben wurden zwischen Juni und Oktober 2025 bundesweit entnommen.
- 42 von 46 Leitungswasserproben enthielten PFAS
- Nicht regulierte Ersatzstoffe wie TFA, PFBA und PFPrA wurden am häufigsten nachgewiesen.
- In mehreren Regionen – darunter Zeuthen (Berlin, Brandenburg, Ludwigslust und Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) – lagen Messwerte über den EU-Grenzwerten, die ab 2026 bzw. 2028 gelten[4]
- Auch in Mineralwasser wurden PFAS nachgewiesen: Spreequell (200 ng/L TFA), Gerolsteiner PET (92 ng/L), Hassia Still (53 ng/L)[5]
Diese Befunde zeigen deutlich, dass PFAS-Einträge kein lokales, sondern ein strukturelles Problem sind.
Regionale Brennpunkte: Berlin und Brandenburg besonders im Fokus
Besonders betroffen ist laut BUND die Region Zeuthen im Landkreis Dahme-Spreewald. Dort wurden Werte gemessen, die über den neuen Summengrenzwerten liegen.[6]
Das betrifft auch angrenzende Versorgungsgebiete in Berlin und Teilen Brandenburgs. Der rbb-Bericht zeigt: Mehrere lokale Wasserwerke planen zusätzliche Analysen und Investitionen in Aktivkohle- und Membranfiltration.
Ein anschauliches Video des BUND erläutert die Problematik und zeigt Beispiele aus betroffenen Regionen:
Quelle: YouTube 2025: „BUND-Video: Ewigkeitschemikalien im Wasser“, https://youtu.be/dfyaKSn6Xmo?si=wZvNpl-gtPAxs4Hn
Warum gerade kleine PFAS-Moleküle wie TFA so schwer zu filtern sind
TFA, PFBA und PFPrA sind besonders klein und wasserlöslich. Dadurch passieren sie viele herkömmliche Filter- und Aufbereitungssysteme nahezu ungehindert.
Der DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) betont in einer Stellungnahme, dass diese Verbindungen „aktuell keine unmittelbare Gesundheitsgefahr“ darstellen, aber „eine ernste Herausforderung für die zukünftige Wasseraufbereitung“ sind.[7]
Für Verbraucher an dieser Stelle wichtig zu wissen: Die einzige technisch sichere Entfernung gelingt über Kohlefilter PLUS mehrstufige Molekularfilterung.
Mehr lesen unter: TFA - die Ewigkeitschemikalie im Trinkwasser
Gesundheitliche Risiken: Was in der Wissenschaft über PFAS-Exposition bekannt ist
Neue toxikologische Untersuchungen (2024/2025) zeigen, dass selbst niedrige, aber dauerhafte PFAS-Aufnahmen mit Hormonveränderungen, Immunreaktionen und Leberwertveränderungen in Verbindung stehen.[8]
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist darüber hinaus darauf hin, dass der Hauptaufnahmepfad für den Menschen über Lebensmittel erfolgt.[9] Dennoch betont auch der Verband, dass Vorsorgeprinzip und Quellschutz höchste Priorität haben.
Technische und politische Konsequenzen: Was jetzt passieren muss
Der BUND fordert – unterstützt von Umweltmedizinern und Wasserfachleuten – eine EU-weite PFAS-Beschränkung und ein Verursacherprinzip, damit Hersteller an Reinigungskosten beteiligt werden.[10]
Darüber hinaus sollen künftig alle PFAS-Ersatzstoffe in die Trinkwasserüberwachung einbezogen werden. Für Wasserversorger bedeutet das: Erweiterte Messprogramme, technische Aufrüstung und langfristige Investitionsplanung.
Fazit: Handlungsempfehlungen für Haushalte – praktischer Schutz vor PFAS
Die BUND-Studie macht sichtbar, was in der Wissenschaft lange bekannt, aber zu lange von der Politik ignoriert und von der Lobby torpediert wurde: : PFAS sind fast überall nachweisbar – selbst dort, wo man es nicht erwartet. Für Haushalte bedeutet das, ein Bewusstsein für die Risiken zu entwickeln und diesen entgegenzuwirken.
Verbraucher haben beispielsweise die Möglichkeit Analysewerte beim Wasserversorger zu erfragen (oft online verfügbar). Nicht nur in PFAS-Hotspots (z. B. Zeuthen, Güstrow, Ludwigslust) verhindert eine mehrstufige Molekular-Wasserfilteranlage den Eintrag deutlich – wichtig ist eine nachweislich geprüfte Leistung gegen kleine PFAS-Moleküle.
Der BUND hat folgende Tipps für Haushalte zusammengestellt:
Quelle: https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/chemie/BUND-PFAS-Wassertest.pdf, Seite 3, 2205
Bevorzugen Sie außerdem PFAS-freie Produkte, denn jeder vermiedene Einsatz verringert den Gesamteintrag in die Umwelt!
FAZIT: Unsere Filteranlagen filtern auch alle anderen Verunreinigungen (Medikamentenrückstände, Mikro- und Nanoplastik, Röntgenkontrastmittel, Weichmacher, Nanopartikel, per- und polyfluorierte Chemikalien, Bakterien, Viren usw.) aus dem Trinkwasser.
[1] BUND 2025: „PFAS im Trinkwasser: BUND-Aktive entdecken erneut Ewigkeits-Chemikalien im Wasser“, https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/pfas-im-trinkwasser-bund-findet-ewigkeits-chemikalien-in-leitungs-und-mineralwasser/?utm_source=chatgpt.com, 2025
[2] Presseportal 2025: „Trinkwassertests von BUND-Aktiven: In 42 von 46 Stichproben wurden PFAS nachgewiesen“, https://www.presseportal.de/pm/7666/6150799, 2025
[3] BUND 2025: „PFAS im Trinkwasser: BUND-Aktive entdecken erneut Ewigkeits-Chemikalien in Leitungs- und Mineralwasser“, https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/pfas-im-trinkwasser-bund-findet-ewigkeits-chemikalien-in-leitungs-und-mineralwasser/
, 2025 | DNR 2025: „PFAS: Gesundheitsgefahr in Trinkwasser, Böden und Nahrung“, https://www.dnr.de/aktuelles-termine/aktuelles/pfas-gesundheitsgefahr-trinkwasser-boeden-und-nahrung, 2025
[4] FS-Journal 2025: „PFAS in den meisten Trinkwasserproben nachgewiesen“, https://fs-journal.de/recht-politik/pfas-in-42-von-46-trinkwasserproben-nachgewiesen/, 2025
[5] BUND Niedersachsen 2025: „PFAS – Trinkwasser, Mineralwasser, Leitungswasser – Wasser-Test Deutschland (ToXFox)“, https://www.bund-niedersachsen.de/fileadmin/niedersachsen/publikationen/pfas-trinkwasser-mineralwasser-leitungswasser-wasser-test-deutschland-toxfox-bund.pdf, 2025
[6] rbb24 2025: „Trinkwasser – PFAS in Berlin/Brandenburg belastet“, https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2025/12/trinkwasser-pfas-berlin-brandenburg-belastet-bund.html, 2025
[7] DVGW 2025: „Ein wirksamer Schutz der Wasserressourcen hat höchste Priorität“, https://www.dvgw.de/der-dvgw/aktuelles/presse/presseinformationen/dvgw-presseinformation-vom-04112025-bund-studie-pfas, 2025
[8] DNR 2025: „PFAS: Gesundheitsgefahr in Trinkwasser, Böden und Nahrung“, https://www.dnr.de/aktuelles-termine/aktuelles/pfas-gesundheitsgefahr-trinkwasser-boeden-und-nahrung, 2025
[9] BDEW 2025: „Hauptaufnahmepfad sind Nahrungsmittel – um ein Vielfaches höhere Konzentrationen als im Trinkwasser“, https://www.bdew.de/presse/pfas-trinkwasser-bund-studie/, 2025
[10] BUND 2025: „PFAS im Trinkwasser: BUND-Aktive entdecken erneut Ewigkeits-Chemikalien in Leitungs- und Mineralwasser“, https://www.bund.net/themen/aktuelles/detail-aktuelles/news/pfas-im-trinkwasser-bund-findet-ewigkeits-chemikalien-in-leitungs-und-mineralwasser/, 2025